Ein induktives Denken über neun Monate: ein Hin und Her zwischen dem Sinnlichen, dem Atlas der Atmosphären, den Lektüren und dem Feld.
Ein Bestattungsturm von 276,5 m, Porte de Charenton, Paris 12ᵉ. Eine oberirdische Kernbohrung, die zutage fördert, was die Stadt vergräbt: die Trauer, das Gedenken, der Ritus.

Forschen im Machen
Diese Arbeit begann mit einer Frage, die Zeit brauchte, um sich zu formen: Wohin gehen die Toten in einer Stadt, die keinen Platz mehr für sie hat? Die Forschung geht nicht von einem Programm aus, sondern vom Sinnlichen: Gedichte, ein Bildatlas, dann eine Intuition, Vertikalität und Tod sind eng verbunden.
Neun Monate lang gingen Forschung und Projekt gemeinsam voran. Alles führt über den Werkstoff: ein Dutzend Modelle, Linolschnitt, Collagen. Der Code wurde zur Zwischensprache, fast 5 500 Zeilen Python in Blender, um die Formen zu erproben. Das Werkzeug erfindet nichts: Ich entscheide, es führt aus.
Die Forschungsarbeit, zum Blättern
„Einen Ort für die Abwesenheit errichten“ · 358 Seiten
Man entnimmt einen Bodenkern und extrudiert ihn zum Himmel: was man vergräbt, hebt man empor und zeigt es. Was verborgen blieb, wird wieder geteilt.
Aus der Nähe wird der Turm knöchern, eine umgekehrte Höhle. Die Stützen folgen der Schwerkraftlogik des Knochens: massiv unten, verjüngen sie sich nach oben. Die Stütze ist gedacht als ein Femur, die Geometrie eines Knochens in Code übersetzt und dann an die Lasten angepasst. Der Zylinder, ein urbaner Tatbestand, hat keine Fassade: er tritt in alle Richtungen in Dialog.


Eine Schwelle seit Jahrhunderten zwischen Paris und seinem Außen. Das Baufeld, eine Brache am cimetière de Valmy, einen Steinwurf vom bois de Vincennes entfernt. Gegenüber die Duo-Türme von Jean Nouvel: der Turm fällt nicht vom Himmel, er schreibt sich in eine bereits bestehende Höhenlinie ein.
Zwei Bestattungswelten einander gegenübergestellt: die bestehende Horizontale, die Vertikale die ich vorschlage. Keine Mauer, kein Gitter: man steht dazu.


Das Modell zeigt, was keine Zeichnung zeigt: das Tragwerk ist weiß und nackt, und es ist das Grün, in Rot, das die Ebenen besetzt. Von oben gelesen wirkt der Turm wie ein entnommener Bohrkern, seine Ringe um die zentrale Leere gestapelt.

Das erste und das letzte Verhältnis zum Körper. Sehen, vorbereiten, einäschern, die Asche übergeben.
Die Plattform der Momente der communitas: die Begegnung, der geteilte Ritus, die Schwelle.
Der Himmelsgarten: die in den zentralen Leerraum gestreute Asche, begrünte Zwischenebenen, zur Landschaft geöffnet.
Die PFE-Tafeln, abgerollt
7 Tafeln, Verteidigung 2026






Von den Worten zum Code
Die räumlichen Absichten werden ausgeschrieben, in geometrische Daten übersetzt und dann in Python-Code umgewandelt, der direkt an Blender geht. Der Code speist die Netze und die Stützenanordnung: Er prüft in wenigen Stunden, wofür ein physisches Modell Wochen gebraucht hätte. Die KI diente als Werkzeug, nicht als Ersatz, und ihre Ergebnisse wurden in der Praxis überprüft.
Code ist kein Werkzeug, sondern eine Zwischensprache zwischen der Intuition, die sich nicht formulieren lässt, und der Materie, die sich nicht erfinden lässt. Die KI übersetzt, sie entscheidet nicht.
- Das Sinnliche
Drei Gedichte, geschrieben ohne zu wissen, dass sie ein Projekt werden würden. Marche Viscérale, Matière et Silence, Architecture. Vom Sinnlichen ausgehen und dazu stehen.
- Der Atlas
Bilder, gesammelt vor jeder Lektüre. Blame!, Evangelion, Laputa, Böcklins L’Île des morts. Vertikalität und Tod verbinden sich vor jeder Theorie.
- Die Hand
Modelle, Linolschnitt, Collage, Zeichnung. Neun Monate hin und her. Mit der Hand ebenso denken wie mit Worten.
- Bild-KIeingestandenes Scheitern
Bilderzeugung: nicht baubare Vorschläge. Die generative Bild-KI scheiterte, und dieses Scheitern bestätigte, dass die Richtigkeit über die Hand führt.
- Parametrischer Codewas funktioniert hat
Python, Blender, fast 5.500 Zeilen. Morphogenese von Hunderten jeweils verschiedener Stützen, in wenigen Stunden. Die parametrische KI hat funktioniert.
- Der Viewer
Das Werkzeug zum Benennen und Entwerfen. Vom kleinsten Element bis zur städtischen Landmarke ist alles benennbar. Denn an Namen haften die Worte.
Erkunden den Turm
Der für die Verteidigung entwickelte Betrachter: durchlaufen Sie die Schichten des Turms, vom Himmel bis zum Untergeschoss, Grundrisse, Schnitte und kommentierte Programme, im Vollbild.
Öffnet sich im Vollbild in einem neuen Tab, diese Seite bleibt offen.
Die KI hat das Projekt nicht entworfen. Sie hat meine Vorstellungskraft erweitert, die Testschleifen beschleunigt, jedes Element codiert.
Die Modelle, den Werkstoff erproben







